Fester Rahmen für flüssige Dinge

Gisela Griem spürt der Faszination des Wassers nach


Paderborn( dig). Es fließt. Alles ist in Bewegung. Und dennoch schafft es Gisela Griem den Fluss der Zeit und der Gezeiten mithilfe ihrer Arbeiten aufzuhalten. Sie stoppt das abgebildete Wasser, lässt es für den Moment der Betrachtung erstarren und bietet seiner ausufernden, offenen Form einen festen Rahmen. Selbiger platziert sich um Holzschnitte, Collagen, Malereien, Fotografien und Spraybilder, die allesamt das nasse Element in den Mittelpunkt rücken und gleichzeitig seiner Faszination nachspüren.

In der Reihe "Zu Gast im Offenen Atelier" stellt die gebürtige Österreicherin und Wahl- Regensburgerin Gisela Griem ihre Arbeiten aktuell in der KuIturwerkstatt aus. Bis zum 10. Juni können insgesamt 24 Bildnisse im oberen Ausstellungsflur in Augenschein genommen werden (Montags bis Donnerstags 9-17 Uhr, Freitags 9-12.30 Uhr).

Gemäß der Beschaffenheit des Wassers spielen Strömungen, Spiegelungen und Rhythmisierungen im Gesamtwerk der 68- Jährigen eine große Rolle, werden auf experimentelle Weise ins Bild gerückt. Dabei ist das "Aufsprengen der Bildgrenzen" eine willkommene Nebenerscheinung, wie die Paderborner Künstlerin Ilse Hartmann bei ihrer einführenden Rede betonte. Zeitliche und räumliche Barrieren werden aufgehoben, Fremdes wird miteinander vereint und konfrontiert.

Das wiederum setzt die Phantasie in Bewegung, lässt den Betrachter über Farben und Formen, Themen und Taktiken nachdenken. Resultat ist die Erforschung eines künstlerischen Grundstocks, der die Auseinandersetzung lohnt.

Westfälische Rundschau, Stadt Paderborn, 25. Mai 2009
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